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+ Grandios: Ody, Dunkel & Giloi

Kerstin Krämer - Journalistin und Fotografin | Saarbrücken
Herausgegeben von in Rezension ·
Tags: RezensionKonzertLyrikLiteraturSZFeuilleton

Rezension, erschienen in der SZ, 9. Mai 2011

,,Reim und Raus'', ein Großereignis der Kleinkunst auf dem Theaterschiff
Saarbrücken. Großartig. Mehr möchte man eigentlich gar nicht sagen zu diesem im wahrsten Sinne des Wortes tierisch guten Liederabend und schlicht empfehlen: Hingehen, verquere Frühlingsgefühle entwickeln, Tränen lachen und heulen. Und sich fragen, wie dieser fabelhafte Ody alias Gregor Köhne es schafft, in seinen Gedichten mit rabenschwarzem Humor Köter und langweiliges Ehegespons um die Ecke zu bringen und gleichzeitig so wahrhaftig und anrührend von Liebe und vom Sterben zu reden, dass einem das Wasser im Auge steht.

Ein echter Glücksfall
Bei „Reim und Raus“, das am Samstag auf dem Theaterschiff Maria-Helena Premiere feierte, teilt er sich die Bühne mit Barbara Dunkel und Wolf Giloi – ein echter Glücksfall, eben weil das Ergebnis ihrer Zusammenarbeit unterschiedliche Emotionen weckt und dabei so völlig unprätentiös und gefühlsunduselig daherkommt. Dieser Abend hat alles: bitterböse Überraschungs-Pointen, unverkitschte Liebeslyrik und hemmungslos komische (Schüttel-)Reime, die ihren Autor als legitimen Nachfolger von Busch, Morgenstern, Ringelnatz und Erhardt ausweisen. Eine wunderbare Sängerin, die für jede Stimmung den richtigen Ton findet und ihr komödiantisches Talent ausspielen darf; grandios etwa Barbara Dunkels Kür als Eiskunstlauf-Reporterin. Einen klasse Pianisten, der mitalbert und Odys Poesie kongenial vertont hat. Und einen Dichter, der mit seiner trockenen Vortragsart jegliches Pathos im Keim erstickt. Grandios. Hingehen! kek

Freitag, 13. Mai, 20 Uhr, Theaterschiff Maria-Helena. Karten: Tel. (06 81) 6 58 17.




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